GN-Sporträt vom 28.01.2026 von Hinnerk Schröer
Im Fußball hat Michael Weggebakker schon viel erlebt. Vor allem in der Niedergrafschaft ist der Emlichheimer auf den Sportplätzen seit Jahrzehnten ein bekanntes Gesicht – als Spieler, Trainer und Funktionär. Am vergangenen Wochenende gab es aber auch für ihn noch eine Premiere: Als Trainer der U17-Fußballer der JSG Niedergrafschaft vertrat Weggebakker mit seinem Team den Grafschafter Fußball bei der Endrunde der Futsal-Bezirksmeisterschaft.

JSG-Talente überzeugen in der Halle
Als Sieger der Vorrunde im Kreis trafen die Kicker aus der Samtgemeinde Emlichheim in Lutten bei Goldenstedt auf die sieben Teams, die sich in den anderen Kreisen von Ostfriesland bis Osnabrück durchgesetzt haben. Der Höhepunkt der Hallensaison stand für die JSG allerdings unter keinem guten Stern. Eine Grippewelle innerhalb der Mannschaft sorgte dafür, dass Weggebakker bei der Endrunde auf zehn Spieler verzichten musste und die Niedergrafschafter in der Gruppenphase ausschieden. „Das war bitter, denn wir haben eine starke Hallenmannschaft mit vielen technisch guten Spielern. Deshalb hatten wir uns vorher auch einiges ausgerechnet“, sagte der Coach, der aufgrund der engen Personaldecke auch auf Spieler der U15 zurückgreifen musste.

Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war er trotz der Ausbeute von nur einem Punkt aus drei Spielen zufrieden. „Wir haben ein gutes Turnier gespielt. Es war trotz der vielen Ausfälle sogar noch mehr drin. Wir haben mehrfach geführt“, berichtete Weggebakker. Seine Mannschaft hatte ihre Qualitäten unter dem Hallendach schon mehrfach unter Beweis gestellt. So gelang bei einem stark besetzten Turnier in Aurich unter 32 Mannschaften der Sprung bis ins Halbfinale.
In Weggebakkers Wohnzimmer wurden erste JSG-Pläne entwickelt
In zwei Wochen hat die JSG Niedergrafschaft noch ein weiteres Eisen im Feuer. Denn auch die U 15 ist als Kreissieger in Visbeck bei der Bezirksendrunde der C-Jugend dabei. Michael Weggebakker freut sich über die Früchte der intensiven Nachwuchsarbeit in den vergangenen Jahren. Denn auch auf dem Feld spielen die JSG-Mannschaften eine gute Rolle. So hat sich das Gemeinschaftsprojekt der vier Vereine Grenzland Laarwald, Union Emlichheim, GSV Ringe-Neugnadenfeld und SV Hoogstede weitgehend auf Bezirksebene etabliert und ist in der Grafschaft im Jugendbereich zur zweiten Kraft hinter dem JLZ von Vorwärts Nordhorn aufgestiegen. „Vorwärts ist die Nummer eins. Wir sehen das sportlich und sind in einem guten Austausch. Zumal wir auch ein anderes Konzept haben“, sagt Weggebakker, der konkretisiert: „Wir konzentrieren uns auf die Spieler aus unseren vier Stammvereinen. Die wollen wir bestmöglich fördern und ihnen viel bieten.“ Mit seiner U17 peilt er erstmals die Landesliga an.
Der Schlüssel für die nachhaltige Entwicklung der Jugendspielgemeinschaft liegt für Weggebakker in der Struktur. „Wir sind aufgebaut wie ein Jugendförderverein. Denn wir haben von Anfang an auf einen eigenen Vorstand und eigenes Budget gesetzt. Wir verstehen uns als Team“, betont der diplomierte Bank-Betriebswirt, der auch im JSG-Vorstand zu den treibenden Kräften gehört.
Schwere Verletzung mit 25 Jahren
Bei ihm im Wohnzimmer wurden vor sechs Jahren bei einem Treffen mit Vertretern der vier Vereine auch die ersten Pläne für die JSG geschmiedet. Das Ganze ist für die Weggebakkers auch ein Familienprojekt. Im Sommer kam sein älterer Sohn Ruben nach drei Jahren beim SV Meppen wieder zurück und spielt bei seinem Papa in der U 17. Seinen jüngeren Sohn Simon trainiert er in der U 12 ebenfalls. Und auch seine Frau Gerlinde ist begeisterter Fan. „Wir sind eine fußballverrückte Familie. Meine Frau konnte mit Fußball früher nichts anfangen. Aber mit uns drei Jungs hatte sie keine andere Wahl“, schmunzelt Weggebakker.
Seine fußballerischen Wurzeln liegen beim SC Union. Dort verbrachte er nicht nur seine Jugend, sondern gehörte auch in der ersten Mannschaft schnell zu den Leistungsträgern. Im Alter von 25 Jahren wurden seine eigenen Ambitionen aber von einer Verletzung durchkreuzt. So setzte er bereits in jungen Jahren auch auf die Trainerkarriere. „Ich habe 1990 dann mit 25 direkt die B-Lizenz in Barsinghausen gemacht“, erzählt Weggebakker, der anschließend lange als Spielertrainer in Ringe, Georgsdorf oder Emlichheim aktiv war. Bis 2020 war er für die Alten Herren seines Heimatvereins verantwortlich.
In der Corona-Pause wechselte sein Fokus dann auf den Nachwuchs. „Der Start war in der Phase natürlich nicht leicht. Aber es ist schön zu sehen, dass sich die Arbeit lohnt“, sagt Weggebakker, für den der Sport auch über den Fußball hinaus eine wichtige Rolle spielt. So ist er nicht nur leidenschaftlicher Skifahrer, sondern hat auch den Tennis-Sport für sich entdeckt. Er schwingt regelmäßig beim TC Blau-Weiß Emlichheim den Schläger, sodass er in der Niedergrafschaft nicht nur auf den Fußballplätzen zu finden ist.
